26. April 1986 – Die Katastrophe von Tschernobyl.
Im Block 4 des Atomkraftwerk Tschernobyl gerät ein Experiment außer Kontrolle. Eine erste Explosion schleuderte die tausende von Tonnen schwere Platte des Reaktors weg. Brennendes radioaktives Material wird herausgeschleudert. Eine radioaktive Wolke steigt auf bis in 1200 Meter Höhe. Die strahlende Wolke zieht über die westlichen Teile der Sowjetunion und weiter Richtung Mitteleuropa. Schließlich breitet sie sich über die ganze nördliche Erdhalbkugel aus. Insgesamt wird das rund 200fache der Radioaktivität der Atombombe von Hiroshima über diese radioaktive Wolke freigesetzt.
Nach der Katastrophe von Tschernobyl hat sich die Einstellung zur Atomenergie geändert. Tschernobyl hat gezeigt, dass Atomenergie ein unkalkulierbares Risiko darstellt.
Einige Länder haben daraus gelernt. Italien ist aus der Atomenergie ausgestiegen, andere Länder haben gar nicht erst begonnen, Atomkraftwerke zu bauen. In Deutschland laufen immer noch 17 Atomkraftwerke, die angeblich irgendwann mal abgeschaltet werden sollen. Was bis dahin noch passiert, ist unabsehbar.
Das Märchen vom "beschlossenen Atomausstieg" hat sich leider in vielen Köpfen festgesetzt. Hier einige Fakten der Region Münster und Umgebung auf dem Stand des "Atomkonsens":
- AKW Lingen II: Abschaltdatum frühestens 2020
- Brennelementefabrik Lingen: unbegrenzter Betrieb
- Urananreicherungsanlage Gronau: Ausbau und unbegrenzter Betrieb
- Urananreicherungsanlage Almelo in den Niederlanden: Ausbau und unbegrenzter Betrieb
- Zwischenlager Ahaus: Betrieb bis mindestens 2037
- Hochtemperatur-Reaktoren: eventuell Neubau durch die CDU-FDP-Landesregierung?? Export von Hochtemperaturreaktoren nach Südafrika und China.
- sicheres Endlager: Frage ungelöst.
Alles klar?
Zahlreiche Studien belegen, dass ein Atomausstieg in kürzester Zeit möglich ist. Es fehlt nur der politische Wille.
Atomkraft ist auch nicht so billig, wie es immer wieder behauptet wird. Dass Atomstrom zur Zeit so billig zu haben ist, liegt daran, dass für Atomkraftwerke keine ausreichenden Versicherungen abgeschlossen werden. Würde dies geschehen, so wäre Atomstrom mit seinem Preis ohne Chance gegen die Alternativen.
Die Alternativen liegen auf der Hand: Energiesparen und Alternative Energien wie Wind, Wasser, Sonne oder Erdwärme.
Nur 7% des weltweiten Energieverbrauchs werden durch Atomenergie gedeckt. Müssen wir dafür solche Risiken eingehen? Müssen wir Atommüll produzieren, der noch für Hunderttausende von Jahren strahlt? Nur zur Erinnerung: Vor einem Jahrtausend war noch das Mittelalter.
Müssen wir gefährlichen Atommüll produzieren, für den noch nirgends auf der Welt ein sicheres Endlager gefunden wurde und wohl auch nicht gefunden werden kann?
Wir sagen: Nein! Wir brauchen nicht diese Technologie, die nicht beherrschbar ist, die Millionen von Menschen umbringen kann. Tschernobyl nicht vergessen: Atomkraftwerke endgültig abschalten!