Die Weltbank ist nicht demokratisch strukturiert und betreibt oftmals eine unsoziale und unökologische Politik. Das ist das Fazit des Vortrags, den Knud Vöcking von der Sassenberger Umwelt- und Menschenrechtsorganisation „Urgewald“ am vergangenen Donnerstag im Bürgerhaus gehalten hat.

Knud Vöcking weiß wovon er redet: Als Zuständiger für die Weltbank und für Entwicklungsbanken beschäftigt er sich beruflich mit Weltbank-Projekten, reist um die Welt, spricht mit Betroffenen sowie mit Politikern und Politikerinnen. In seinem Vortrag geht er zunächst auf die undemokratische Struktur der Weltbank ein. Die Institution, die 1944 im Rahmen des Bretton-Woods-Systems gegründet wurde, werde hauptsächlich von den Industriestaaten dominiert, da die Stimmen nach Anteilseigentum verteilt würden. So sei es auch kein Wunder, dass sich ihre Politik hauptsächlich an den Interessen westlicher Konzerne orientiere.

Dies macht Knud Vöcking am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo deutlich. Hier habe die Weltbank ihre Kredite an die Bedingung geknüpft, dass Regenwälder zur Abholzung freigegeben werden. Die Folgen für Mensch und Umwelt seien fatal gewesen: Circa 500.000 Indigene lebten im und vom Wald; die Rodung habe außerdem eine enorme Klimabelastung dargestellt. Zwar gebe es eine Behörde, die Weltbankprojekte auf ihre soziale und ökologische Verträglichkeit überprüfe, diese habe jedoch keine Entscheidungsbefugnis.

Diese „unverantwortliche Politik“ führt der Referent auf die in der Weltbank vorherrschende „neoliberale Ideologie“, sowie auf einen starken Lobbyismus seitens der Konzerne zurück. Trotzdem sei die Arbeit von Nicht-Regierungs-Organisationen wie „Urgewald“ nicht wirkungslos. Das zeige unter anderem eine Kampagne von „Urgewald“ und anderen Organisationen, welche die asiatische Entwicklungsbank davon abgehalten habe sich an einem Tagebau-Projekt in Bangladesh zu beteiligen, berichtet Knud Vöcking stolz.

Die Informationsveranstaltung zur Weltbank bildete den Abschluss der Reihe „Ohne Moos nix los“ von der Jugendgruppe „Telgte – Links Ab!“.

 

www.urgewald.de